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Halbtageswanderung am 02.10.2014  
[Einladung]

Rheinhessen, Weinberge rund um Bechtheim

Wanderführer: Gertrud u. Oswald Adler

„Über Panoramawege an der Rheinterrasse“

Bilderstrecke 02.10.2014

Es war ein „Goldener Oktobertag“, als 43 Wanderfreunde mit dem Bus nach Rheinhessen fuhren um die 2. Etappe des 2014 neu ausgezeichneten Rheinterrassenweges, der von Osthofen über Bechtheim nach Mettenheim führt, zu erwandern.
Osthofen, eine der ältesten Weinbau betreibenden Gemeinde, wurde erstmals urkundlich 784 im „Lorscher Codex“ erwähnt. Das Wahrzeichen der Stadt ist die baugeschichtlich bedeutsame Bergkirche, die auf dem Goldberg thront und den Ort überragt. Die Wanderung führte durch die Altstadtgassen zur „Bechtheimer Hohl“ und leicht ansteigend über die Weinberge zum Wonnegauer Weinort Bechtheim. Bereits 793 wurde der Ort erwähnt. Eine Reihe von Adelshöfen, vornehmlich aus dem 18. Jahrhundert gaben Bechtheim den Beinamen „Ort der Herrschaftshäuser“. Abgerundet wurde dieser Eindruck durch etliche Brunnen, wie der Kuhbrunnen. Hier wurde einst das Vieh getränkt. Der Lambertus- und Aegidiusbrunnen waren wasserreiche Brunnenanlagen, an denen die Wäsche gewaschen wurde und Pilger einst ihren Durst stillten. Die Erbauungszeit dieser historischen Brunnen ist unbekannt. Die Quelle des Lambertusbrunnen könnte bereits ein Heiligtum der Römer gewesen sein. Unsere Wanderung berührte nur einige der historischen Stellen, wie zum Beispiel den Fischmarkt. Hier liegt ein 3820 kg schwerer Kelterstein, der nach einem Brand im gegenüberliegenden Herrschaftshaus des Freiherrn von der Leyen - Uexküll gefunden wurde. Das nahegelegene Wiegehäuschen erinnert daran, dass hier die Traubenfuhrwerke und die „Wutz“ gewogen wurden.
Wahrzeichen Bechtheims ist die dreischiffige romanische Basilika St. Lambertus aus dem frühen 11. Jahrhundert. Sie wird als „Kleinod des Wonnegaues“ bezeichnet. Ein derart imposantes Bauwerk in einem kleinen rheinhessischen Weinort ist schon etwas Außergewöhnliches und mit Recht der Stolz der Gemeinde. Die Bischof Lambert von Lüttich geweihte Kirche gehörte ursprünglich dem Fürstentum Lüttich und bis in die Zeit der Reformation wurden die Pfarrer von Lüttich gestellt. Die Größe der Basilika lässt den Schluss zu, dass sie als Wallfahrtskirche genutzt wurde. Bechtheim liegt an einem ehemaligen Pilgerpfad, der von Speyer und Worms in Richtung Bingen verlief. In der Stollenkrypta, einem gewölbten Gang unterhalb des Altarraumes, sind Reste gotischer Wandmalereien zu sehen. Der Gang war wohl ursprünglich ein Prozessionsgang und wahrscheinlich stand auch hier einst ein Reliquienschrein. Die mit einem Gitter verschlossene Nische an der Vorderseite des aus Sandsteinquadern errichteten Altares enthält einen kostbaren Schrein mit einer Lambertus - Reliquie, die aus einem frühgotischen Kruzifix der evangelisch - lutherischen Pfarrkirche von Kirchtunke bei Bremen stammt.
Ursprünglich stand die Basilika auf einem befestigten Friedhof und bildete mit diesem eine Kirchenburg. Fragmente der Befestigung sind noch vorhanden, ebenso wie barocke Grabsteine. Ab etwa 1700 war die Basilika eine Simultankirche für die evangelischen wie katholischen Gläubigen. Ein Eisengitter trennte den lutherischen vom katholischen Kirchenteil ab. Das Ende der Simultankirche war der Bau der evangelischen Kirche mit einem weit sichtbaren 38 m hohen Kirchturm. Sie wurde 1910 eingeweiht.
Nach einer Pause mit Umtrunk auf dem schön gestaltenen Marktplatz - hier befindet sich auch der historische Prangerstein - ging es dann leicht aufwärts über den Bechtheimer Weinwanderweg und abwärts nach Mettenheim zur Schlussrast in die Straußwirtschaft „Am Michelsberg“. Hier war die Küche sichtlich vom Ansturm der vielen Wanderer überfordert. Einige der Wanderfreunde mussten sehr, sehr lang auf das bestellte Essen warten. Schade!

Teilnehmer: 43 Wanderfreunde
Wanderstrecke: 9 km

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